Über LernAppCheck

Mit Sicherheit besser lernen – durch unabhängige und fachkundige Bewertungen

Über die Autorin

Seit 17 Jahren bin ich praktizierende Lehrerin mit Freude am Entdecken der Möglichkeiten des individualisierten Lernens mit digitalen Medien. Auf meiner Forschungsreise durch die Medienwelt ist mir aufgefallen wie schwer es ist, aus der Masse der angebotenen Apps und Lernspiele das jeweils Passende zu finden. Auch werde ich immer wieder von Eltern gefragt, ob ich ihnen nicht eine Empfehlung geben kann, damit ihr Kind zuhause selbstständig üben und lernen kann.

Dies hat mich bewogen, eine Informationsplattform zu gründen, auf der sich Eltern, Kinder und Lehrkräfte meine persönlichen Tipps ansehen können und somit viel Recherchezeit einsparen. Alle Bewertungen sind das Resultat meiner durch jahrelange Erprobung gewonnene, persönliche Einschätzung, die mehr ist als eine Beurteilung nach dem reinen Spaß-und Beschäftigungs-Faktor. (siehe Bewertungskriterien)

Ich möchte auch versuchen hier zusammenzuführen, was es sonst noch so gibt, was lohnenswert erscheint, sich jedoch oft nicht so leicht finden lässt, wie z.B. Programme die kostenfrei von Stiftungen oder staatlichen Einrichtungen angeboten werden.

Über LernApps

Es gibt sehr viele Apps, um Kinder zu beschäftigen. Immer wieder finden sich Apps in dem Bereich „Bildung“, die eigentlich in die Kategorie Unterhaltung und Spiel gehören, was ja nicht tragisch ist, denn bei fast jedem Spiel lernt das Kind auch. Aber etwas überspitzt musste ich mich bei manchen fragen: Lernt es wegen oder trotz einer App?

Die Produktionskosten von Apps und Lernprogrammen, die etwas „können“, sind relativ hoch. Da viele Anwender nicht bereit sind, über einen bestimmten Betrag zu bezahlen, werden von Herstellern eigene Wege gefunden. So nutzen viele Anbieter die Möglichkeit, durch Weitergabe der Kundendaten an Geld zu kommen. Das ist noch recht häufig der Fall. Dies steht dann aber nur im Kleingedruckten. So werden sogar ganze Adressbücher ausgelesen. Immer wieder folgen bei diesen günstigen Angeboten In-app Kaufangebote, wo das Kind, wenn es darauf klickt, auf eine andere Seite verlinkt wird. Werbebanner, die so aufdringlich blinken, dass auch hier ein ungestörtes Lernen nicht ermöglicht wird, sind auch der Preis der „billigen“ Apps.

Berücksichtigt eine LERNapp die Erkenntnisse der Lernpsychologie, ist man auf dem richtigen Weg.
Für solche Kinder, die mit einem Thema Schwierigkeiten haben, sollte man das Programm oder die App, die man anwenden möchte, genauer unter die Lupe nehmen. Stellt sie eine wirkliche Hilfe dar, oder wird mein Kind dadurch eher verwirrt oder verunsichert?

Und ich stelle fest, es lohnt sich, genauer hinzuschauen: Qualität hat ihren Preis; aber nicht alles, was viel kostet, ist für mein Kind das Richtige! Und es gibt durchaus das richtige Programm, ohne etwas zahlen zu müssen, weil es z.B. durch das Ministerium oder Stiftungen/Spenden finanziert wird!

Ich möchte Ihnen beim Finden der passenden digitalen Programme und Apps, die das Lernen „schulischen“ Wissens qualitativ hochwertig vermitteln, zur Seite stehen. Dafür habe ich mich an den folgenden Kriterien orientiert. Manche habe ich zusammengefasst oder alleinstehend belassen, je nachdem, wie viel Gewichtung ich dem Kriterium zugeordnet habe.

Die Bewertungskriterien

Methodik und Didaktik
Werden lernpsychologische Grundlagen beachtet, die das Lernen und Üben unterstützen, also motiviert sie das Kind altersgerecht, daran zu lernen und zu üben? Besteht Kontextivität? Können aus dem Spiel Erkenntnisse über Lebenszusammenhänge gewonnen werden? Berührt das Thema die Lebenswelt der Kinder? Ist das Spiel so aufgebaut, dass das, was gelernt und geübt wird, jeweils mit anderen Erfahrungen in Zusammenhang gebracht werden kann?
Gibt es eine Spielidee, die motivierend und fantasievoll zum Weiterüben anregt?
Überwiegen die spielerischen Elemente, die stärker für Kinder nützlich sind, die mehr Motivation brauchen, oder überwiegen die Trainingsanteile für Kinder, die Spaß daran haben, wenn nicht viel drum herum passiert, sie eher ablenkt und ist die App entsprechend ausgewiesen?
Wie ist der didaktische Aufbau? Werden einfache vor schwierigeren, grundlegende Aufgaben vor komplexeren gestellt? Gibt es enaktive Anteile, folgen den bildhaften Übungen symbolische?
Sind Analyse- und Reflexionsphasen vorhanden, die das Gelernte festigen?

Aufgabenniveau
Wenn die Aufgabe für das Kind zu leicht oder zu schwer ist, wird sich kein Übungserfolg einstellen. Der „Flow“, der bei einem gelungenen Lernspiel erlebt werden kann, kann sich nur ergeben, wenn die Aufgaben das passende Niveau haben, also weder zu leicht noch zu schwer sind. Und dann lernt das Kind auch ganz nebenbei erfolgreich.
Verfügt die App über eine Anpassung an das Lernniveau des Kindes? Wird das Aufgabenniveau sogar automatisch angepasst, wie es z.B. in „lernenden“ Programmen der Fall ist? Oder gibt es die Möglichkeit, gezielt Aufgaben/ Übungen auszuwählen? Wer kann diese Einstellung vornehmen, das Kind oder nur ein Erwachsener? Immer mehr Apps lernen automatisch dazu und stellen langsam schwierigere Aufgaben in den Übungsverlauf, trainieren immer wieder nur die Aufgaben, die noch zu üben sind.
Tipp: Die Möglichkeit, das Übungsniveau einzustellen verführt manche Kinder leicht dazu, immer auf dem einfachsten Niveau spielen zu wollen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dann sollte man das Kind motivieren, sich mehr zuzutrauen.

Selbsterklärend
Nur, wenn die Anwendung leicht von der Hand geht, wird Ihr Kind die App auch selbstständig nutzen. Dabei behilflich ist eine übersichtliche Menügestaltung mit Hilfebutton, der eine erklärende Stimme aufruft, oder eine Animation, die auf dem Bildschirm den Ablauf zeigt. Ein Zurückpfeil, Häuschen oder Ähnliches weist ohne Worte den Menüpfad auf, was jeder Anwender versteht. Angenehm ist es, wenn sie ohne lange Artikel auskommt, die gelesen werden müssen. Wenn jedoch überhaupt nichts erklärt wird und man nur durch mehrfaches Probieren weiterkommt, kommt sicherlich keine Spielfreude auf.
Je mehr eine App kann, umso eher sollte man sich etwas Zeit nehmen, sich kurz damit zu befassen, was sie alles kann und wie Sie sie steuern und nutzen können.
Wenn das Kind dann schnell selbstständig mit der App lernen und/ oder spielen kann, ist dies auch für Sie als Eltern eine echte Unterstützung.

Kindersicherheit
Wer steht hinter dieser App? Hat der Herausgeber bereits eine Zertifizierung durch staatliche Stellen? Werden die Nutzerdaten (auch gekürzt) an z.B. Google Analytics geschickt – durch die Verwendung von “ Cookies“- und Sie erhalten damit mehr „Benutzerangepasste Werbung“? Arbeitet die App nur online oder auch offline (ohne Internetanschluss zum Spielzeitpunkt), so dass in Ihrer Abwesenheit das Kind plötzlich vielleicht doch woanders surft? Gibt es in der App Links auf weiterführende Seiten, in soziale Netzwerke o.ä., was im Grundschulalter eher bedenklich wäre? Gibt es interaktive Anteile mit Fotoselbstaufnahmen o.ä. und was geschieht damit? Locken Werbebanner, die beim Anklicken auf neue Seiten führen? Kann das Kind (versehentlich) etwas kaufen, ohne Ihre Zustimmung Einstellungen verändern?

Preis / Leistung
Ist das Gesamtpaket inklusive der visuellen und akustischen Qualität dem Preis angemessen?
Wie aufwändig ist die App gemacht, also gibt es animierte, bewegliche Bilder, Filmchen und Hilfestellungen? Gibt es passend ausgewählte, nicht zu nervende Geräusche? Wie groß ist der Umfang der angebotenen Übungen/ Spielmöglichkeiten? Ist es ein überschaubarer Übungsbereich und in kurzer Zeit „durchgespielt“?
Diese Punkte sollten in angemessenem Verhältnis zu den Kosten stehen.

Nachhaltigkeit / Rückmeldung an Eltern
Verpufft die Wirkung des Spiels oder der Übung der App? Gibt es Möglichkeiten, die erzielten Erfolge für das Kind und die Eltern sichtbar zu machen? Sind diese differenziert oder nur allgemein dargestellt? Also kann man ersehen, bei welcher Aufgabenart alles gelöst, bzw. wo noch Übungsbedarf besteht?
Eine Rückmeldung über den Lernerfolg ist sehr wichtig und hilfreich für die Lernmotivation.
Gibt es eine Kundenpflege, z.B. Ansprechpartner bei Fragen?

Grundsätzliches

Sollte eine App nicht dem hier angestrebten Minimalanspruch genügen, werden Sie hier keine detaillierten Angaben und auch keine Bezugsquellen finden.