Tipps zum erfolgreichen Lernen mit Kindern

Liebe Eltern,
sehr viele sind – wie Sie – auf der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten für ihr Schulkind. Sie merken, dass Ihr Kind die freie Zeit zuhause sinnvoll nutzen und mehr Training gebrauchen könnte, um einen größeren Lernerfolg in der Schule zu erzielen.

Wenn es jetzt darum geht, dass Ihr Kind seine gewollte Lernleistung insgesamt verbessert, helfen Ihnen folgende Tipps, die Sie beachten können, um Ihr Kind zu unterstützen.

 

5 Lerntipps

Quality-time
Im Alltag nehmen wir uns oft nicht mehr die Zeit, andere Dinge mit dem Kind zu thematisieren, als die Schule und die erbrachten Leistungen. Begegnungen sind von schulischen Themen dominiert. Oftmals sind mit Beginn der Schulzeit nicht erbrachte schulische Leistungen plötzlich ein Anlass zu einer unguten Stimmung zwischen Eltern und Kind.

Auch wenn die Zeit knapp ist: Ihr Kind wird mit dem Maß Ihrer Wertschätzung und auch der frühzeitigen Einbindung in Alltagsaufgaben und einer gemeinsamen Beschäftigung und Aufgabe gestärkt, die nicht den Leistungsaspekt im Vordergrund hat.

Hierbei kann auch das Wissen in Alltagssituationen angewendet werden, wie z.B. Schätzaufgaben zu Mengen. Anfangs im Bereich der Zahlen, dann Maße, wie die genaue Länge oder das Gewicht eines Gegenstandes. Im Bereich Deutsch zum Erlernen der Buchstaben: Lassen Sie Ihr Kind Buchstaben finden, die es bereits kennt, oder Gegenstände, die mit dem Buchstaben beginnen, usw. Solange dies spielerisch erlebt wird, lernt das Kind dabei mit Freude.

Feste Lernzeiten
Es ist festgestellt worden, dass die kognitive Leistung der meisten Kinder über die Mittagszeit rasant nachlässt, um am Nachmittag gegen 15 Uhr wieder anzusteigen. Sollte sich Ihr Kind aber am besten direkt nach dem Essen an die Aufgaben machen wollen und das klappt gut, belassen Sie es dabei. Wichtig ist nur, dass ein regelmäßiger Rythmus dem Erfolg des Kindes sehr zuträglich ist.

( Dies gilt übrigens laut einer Studie auch für den „Lebenserfolg“. Demgemäß sollen diejenigen Personen, welche Regelmäßigkeiten in ihrer Kindheit erlebt haben, sich besonders erfolgreich im Erwachsenenleben positioniert haben.)

Wenn es für alle klar ist, dass zwischen 15 und 16 Uhr Lernzeit ist, dann gewöhnt sich das Kind und auch seine Kameraden, die dann eben nicht „stören“, leichter daran. Mit dieser Klarheit und Konsequenz gehen Sie auch vor. Sie lassen das Kind dann arbeiten und sorgen dafür, dass es ungestört lernen kann.  (Wenn es früher fertig ist, kann es noch etwas lesen, Musik hören, malen oder turnen zum Beispiel. Ausgeschlossen sind PC/Handy s.u.!)

Gute Pausen

Zu den festen Lernzeiten gehört auch, dass es Lern-aus-zeiten, also Pausen gibt. Dass diese mit viel Bewegung an frischer Luft das Allerbeste, auch für einen länger anhaltenden Lernerfolg ist, wissen Sie sicher. Warum nicht wieder mal das Springseil herausfordern?

Gute Lernorganisation
Oft stellt es für das Kind schon ein Hindernis dar, zu entscheiden, mit welchem Thema es denn beginnen soll. Dann fällt ihm auf, dass es in der Schule etwas vergessen hat und es eigentlich gar nicht beginnen kann, sowieso hat es erst mal Durst…
Wenn Sie ihm auf die Sprünge helfen, wird es es zunehmend selbst meistern, sich zu organisieren:
Alle körperlichen Bedürfnisse sind gestillt? Dann legen Sie eine Reihenfolge fest, indem Sie gemeinsam überlegen:

a) Was ist schnell und leicht zu erledigen? Schätzen Sie den Zeitrahmen ab.
b) Was wird länger dauern und/oder schwieriger zu erledigen sein? Schätzen Sie auch hier den Zeitrahmen ab.
c) Was kann notfalls verschoben werden? Markieren Sie das mit einem grünen Punkt.

d) Was eilt, versehen Sie mit einem roten Punkt.

  • Material-Check: Liegt das benötigte Material bereit? Mit gutem und ablenkungsarmem Material lässt sich besser arbeiten. Oft sind gut gemeinte Utensilien mit baumenden Figürchen usw. für das Kind eine große Ablenkung!

Jetzt beginnt Ihr Kind mit dem leichteren, dringenden Teil, um dann nach evtl. kleiner Pause die schwierigere Aufgabe anzugehen.

  • Arbeitsplatzgestaltung

Ein aufgeräumter, leerer Schreibtisch mit einem bequemen, passenden Arbeitsstuhl und guter Beleuchtung wirken  genauso unterstützend wie die Ordnung in der Schultasche. Fächer- Sammeltaschen können schnell zu mehr Übersicht verhelfen, wenn sie thematisch beschriftet sind und sich das Kind angewöhnt, Hefte und Arbeitsblätter dort hineinzulegen. Wenn Ihr Kind nach dem Essen auch schon Sauerstoff beim Spielen im Freien getankt hat, hilft eine gute Belüftung beim Lernen in jedem Fall. Sorgen Sie für eine ablenkungsfreie, ruhige Atmosphäre.

Nachwirkzeiten von Lernprozessen beachten
Grundsätzlich gilt: Wartezeiten vor dem Nutzen von Filmen, Computerspielen oder Tablet-AppSpielen mit anderem Inhalt von einer halben Stunde nach dem Lernprogramm sind sehr wichtig! Das soll nachweislich die Lernstrukturen im Gehirn, die sich während des Lernprozesses gebildet haben, festigen. Denn durch sehr anregende, emotional fesselnde PC-Spiele ect. werden sonst diese durch den Lernprozess aufgebauten Strukturen laut wissenschaftlicher Untersuchungen wieder „gelöscht“!

Über den Autor

Jutta Hüning
Redakteurin

Seit 19 Jahren praktizierende Lehrerin und Multimediaberaterin mit Freude am Entdecken der Möglichkeiten des individualisierten Lernens mit digitalen Medien.